Certified Artist 2026
Abstract Realism in Motion
Harmony within Disharmony
Interview
Wie bist du zum Tätowieren gekommen und
was hat dich dazu bewogen, es als langfristigen künstlerischen Beruf zu verfolgen?
Schon seit meiner Kindheit begleiteten mich Malerei und Zeichnung. Dabei habe ich nie einfach nur ein eckiges Blatt Papier gefüllt – es waren immer Bilder mit fließenden Formen, harmonisch geschwungen, mit offenen Enden.
Der menschliche Körper als Leinwand, mit all seinen raffinierten Formen, faszinierte mich umso mehr. So war schon früh klar: Das ist es, was ich tun
möchte.
Der Grundstein war gelegt – ein Schulpraktikum in einem Tattoo-Studio folgte als nächster Schritt. Nach einer klassischen Ausbildung im Bauwesen wurde mir endgültig bewusst, dass ich das Tätowieren zu meinem Beruf machen möchte.
Ich genieße jeden einzelnen Tag, jedes Projekt und jede neue Herausforderung, meine Motive auf all den großartigen Menschen präsentieren zu dürfen.
Welche Momente oder Projekte haben dich in
deinen 11 Jahren als Künstler am meisten geprägt?
Einer meiner einschneidendsten Momente war die Begegnung mit einer Kundin, deren Geschichte mich tief berührte. So leid es mir tat, konnte ich ihr leider nicht helfen, da es für mich selbst nach mehrfachen Recherchen und Absprachen mit anderen Künstlern nicht möglich war, ihre Narben mit einem Tattoo verschwinden zu lassen.
Wie würdest du deinen Tattoo-Stil mit deinen eigenen Worten beschreiben, insbesondere die Kombination aus Realismus, Surrealismus und abstrakten Elementen?
Die Mischung aus Realismus und abstrakten Einflüssen spiegelt für mich eine Harmonie in der Disharmonie wider – die Unkontrollierbarkeit innerhalb der Perfektion des Geschaffenen.
Es ist die Leichtigkeit und Tiefe, gebrochen, ins Leere gehend, aber dennoch kein einfach abgeschlossenes Motiv.
Was fasziniert dich an Aquarell- und abstrakten Techniken, und wie beeinflussen sie deinen künstlerischen Ausdruck?
Aquarell- und abstrakte Techniken faszinieren mich, weil sie viel Freiheit und Bewegung zulassen. Sie sind der „Breakdown“ in meinen Arbeiten. Diese Elemente nutze ich, um realistische Motive aufzulockern und ihnen eine persönliche, oft intuitive Ebene zu verleihen, die das Tattoo lebendig und einzigartig macht.
Kannst du deinen kreativen Prozess beim Entwerfen eines individuellen Tattoos beschreiben, von der ersten Idee bis zum fertigen Tattoo?
Mein kreativer Prozess beginnt mit einem persönlichen Austausch – gemütlich bei einem Kaffee oder Tee –, um die Idee und die Bedeutung hinter dem Tattoo wirklich zu verstehen.
Durch kurze Skizzen, in denen ich die Motive oft schon früh mit abstrakten Elementen kombiniere, finde ich meist schnell einen guten Weg zum eigentlichen Motiv für meine Kundschaft.
Vor dem Tätowieren wird der Entwurf gemeinsam weiter verfeinert. Während des Tätowierens arbeite ich intuitiv und passe Details an den Körper und den Moment an, sodass ein individuelles, organisch wirkendes Tattoo in meinem Stil entsteht.
Wie würdest du deinen Tattoo-Stil mit deinen eigenen Worten beschreiben, insbesondere die Kombination aus Realismus, Surrealismus und abstrakten Elementen?
Die Mischung aus Realismus und abstrakten Einflüssen spiegelt für mich eine Harmonie in der Disharmonie wider – die
Welche technischen Aspekte sind dir am wichtigsten, um Qualität, Langlebigkeit und visuelle Wirkung deiner Tattoos zu gewährleisten?
Am wichtigsten sind mir saubere Linien und ausgewogene Kontraste. Hochwertige Materialien, präzise Nadelwahl und eine konstante Einstichtiefe spielen dabei eine zentrale Rolle.
Saubere Sättigung sowie hautgerechte Farb- und Grauabstufungen sorgen für Haltbarkeit, klare Heilung und langfristiges Leben der Tattoos.
Wie gestaltest du die Beziehung zu deinen Kunden, insbesondere bei der Arbeit an konzeptionellen oder künstlerischen Designs?
Die Beziehung zu meinen Kund*innen basiert auf Vertrauen und offenem Austausch (siehe Frage 5). Besonders bei konzeptionellen oder künstlerischen Arbeiten ist es mir wichtig, ihre Ideen und Beweggründe zu verstehen und diese mit meiner eigenen künstlerischen Handschrift zu verbinden.
So entsteht ein gemeinsamer Prozess, der Raum für Individualität und kreative Entwicklung lässt.
Wie gestaltest du die Beziehung zu deinen Kunden, insbesondere bei der Arbeit an konzeptionellen oder künstlerischen Designs?
Die Beziehung zu meinen Kund*innen basiert auf Vertrauen und offenem Austausch (siehe Frage 5). Besonders bei konzeptionellen oder künstlerischen Arbeiten ist es mir wichtig, ihre Ideen und Beweggründe zu verstehen und diese mit meiner eigenen künstlerischen Handschrift zu verbinden.
So entsteht ein gemeinsamer Prozess, der Raum für Individualität und kreative Entwicklung lässt.
Wie siehst du die Entwicklung der
Tattoo-Szene heute, insbesondere im Hinblick auf künstlerische und experimentelle Stile?
Die Tattoo-Szene befindet sich für mich in einem spannenden Wandel – sowohl künstlerisch als auch experimentell. Neue Ausdrucksformen rücken das Tattoo stärker als individuelles Kunstwerk und weniger als reines Motiv in den Fokus.
Gleichzeitig sehe ich jedoch auch den zunehmenden Druck durch soziale Netzwerke, der es oft erschwert, sich ausschließlich auf das Wesentliche – und damit auf die Kunst – zu konzentrieren.
Ich möchte Künstler und Tätowierer sein und bleiben! Kein Influencer werden oder werden müssen!
Welche künstlerischen Ziele oder Projekte verfolgst du für die kommenden Jahre?
Für die kommenden Jahre liegt mein Fokus weiterhin auf meiner künstlerischen Weiterentwicklung, diese ich auch nie aus dem Blick verlieren möchte. Ich möchte mir dabei aber auch mehr Raum für Experimente schaffen und Projekte realisieren, die meine eigene Handschrift stärken und das Tattoo als eigenständige Kunstform strahlen lasse.
Stile
Realistic / Surrealistic – Aquarell / Abstract Tattooing
Erfahrung (in Jahren)
11 Jahre Tätowierung
